6. Die Pirateninsel: Isla de Tabarca

Vor mehr als 250 Jahren landeten auf dieser kleinen Insel Fischerfamilien, die zuvor in Nordafrika gefangen gehalten worden waren. Aus ihrer Ansiedlung entstand das heutige Tabarca – ein Ort, dessen Geschichte bis heute in den Festungsmauern, den engen Gassen und den weiß getünchten Häusern lebendig geblieben ist. Die ehemalige Pirateninsel zählt heute zu den faszinierendsten Ausflugszielen der Costa Blanca und begeistert Besucher mit einer einzigartigen Mischung aus Geschichte, Natur und mediterranem Lebensgefühl.
Ob als Tagesausflug mit der Familie, romantischer Inselbesuch oder Schnorchelparadies für Naturliebhaber – die Isla de Tabarca gehört zu den schönsten Ausflugszielen der Costa Blanca.
Die spannende Geschichte der Isla de Tabarca
Die Geschichte der Isla de Tabarca reicht weit zurück und macht die kleine Insel zu einem der geschichtsträchtigsten Orte der gesamten Costa Blanca. Schon in der Antike war die Insel bekannt und wurde von verschiedenen Seefahrern als Orientierungspunkt genutzt. Aufgrund ihrer strategischen Lage im Mittelmeer entwickelte sie sich jedoch später zu einem beliebten Rückzugsort für Piraten und Korsaren.
Besonders zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert nutzten berberische Piraten aus Nordafrika die Insel als Stützpunkt. Von hier aus überfielen sie Handelsschiffe und Küstenorte entlang der spanischen Mittelmeerküste. Die Bewohner der Küstenregion lebten damals in ständiger Angst vor Angriffen, Entführungen und Plünderungen. Viele Fischer wagten sich nur unter großer Vorsicht aufs Meer hinaus.
Um die Region besser zu schützen und die Insel dauerhaft zu sichern, entschied König Karl III. im Jahr 1768, Tabarca neu zu besiedeln. Zur gleichen Zeit wurden mehrere hundert genuesische Fischerfamilien aus ihrer Gefangenschaft auf der nordafrikanischen Insel Tabarka freigekauft. Der spanische König bot ihnen eine neue Heimat auf der damaligen „Isla Plana“ an.
Zu Ehren ihrer Herkunft erhielt die Insel den Namen Nueva Tabarca. Gleichzeitig begann ein ehrgeiziges Bauprojekt: Unter der Leitung des Militäringenieurs Fernando Méndez de Ras entstand eine vollständig befestigte Stadt mit mächtigen Mauern, Bastionen und Stadttoren. Ziel war es, zukünftige Piratenangriffe abzuwehren und die Insel zu einem wichtigen Verteidigungspunkt im Mittelmeer auszubauen.
Bis heute sind große Teile dieser beeindruckenden Befestigungsanlagen erhalten geblieben. Wer durch die engen Gassen schlendert oder entlang der historischen Mauern spaziert, kann die Geschichte der Insel förmlich spüren. Seit 1964 steht die Altstadt unter Denkmalschutz und gilt als eines der schönsten historischen Ensembles der Region Valencia.
Doch Tabarca ist nicht nur wegen ihrer Geschichte etwas Besonderes. Im Jahr 1986 wurde die Insel zum ersten Meeresschutzgebiet Spaniens erklärt. Die außergewöhnlich klare Wasserqualität und die artenreiche Unterwasserwelt machen sie heute zu einem Paradies für Schnorchler, Taucher und Naturliebhaber.
Die Isla de Tabarca vereint damit auf einzigartige Weise Geschichte, Kultur und Natur – ein Grund, warum sie jedes Jahr Besucher aus aller Welt begeistert.
Wo liegt die Isla de Tabarca?
Die Anreise erfolgt ausschließlich per Boot.
Fähre von Santa Pola nach Tabarca
Die beliebteste Verbindung startet in Santa Pola.
Fahrzeit: ca. 25 Minuten
Mehrere tägliche Abfahrten
- Preis: ca. 10–15 Euro pro Person (Hin- und Rückfahrt)
Besonders beliebt sind Katamarane mit Glasboden
Fähre von Alicante nach Tabarca
Alternativ kann man direkt von Alicante aus übersetzen.
- Fahrzeit: ca. 50–60 Minuten
- Preis: ca. 24–30 Euro pro Person (Hin- und Rückfahrt)
- Vor allem in den Sommermonaten verfügbar
- Tipp: In der Hochsaison empfiehlt sich eine frühzeitige Online-Reservierung der Tickets.
Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Der Besuch der Insel selbst ist völlig kostenlos.
Eintritt Tabarca
- Inselbesuch: kostenlos
- Strände: kostenlos
- Spazierwege: kostenlos
- Stadtmauern und historische Altstadt: kostenlos
- Lediglich die Fährüberfahrt muss bezahlt werden.
Auch das kleine Inselmuseum ist in der Regel kostenlos zugänglich.
Was kann man auf Tabarca unternehmen?
1. Durch die historische Altstadt spazieren
Das Herzstück der Insel bildet das befestigte Dorf mit seinen weißen Häusern, engen Gassen und historischen Gebäuden.
Besonders sehenswert sind:
- Die Stadtmauer
- Das Stadttor Puerta de Levante
- Die Kirche San Pedro y San Pablo
- Das ehemalige Gouverneurshaus
- Das Tabarca-Museum
2. Schnorcheln im Meeresschutzgebiet
Seit 1986 ist Tabarca Spaniens erstes Meeresschutzgebiet.
Das glasklare Wasser bietet ideale Bedingungen zum Schnorcheln. Bereits wenige Meter vom Ufer entfernt lassen sich zahlreiche Fischarten, Seegraswiesen und faszinierende Unterwasserlandschaften entdecken.
Wer Schnorchelausrüstung dabei hat, sollte diese unbedingt nutzen.
3. Baden an traumhaften Buchten
Die Insel verfügt über mehrere kleine Strände und Buchten.
Besonders beliebt ist die Playa de la Guardia, die mit ihrem türkisfarbenen Wasser und dem flach abfallenden Einstieg ideal für Familien geeignet ist.4. Die Insel umrunden
Ein Rundweg führt entlang der Küste einmal um die gesamte Insel.
Die Strecke ist etwa 6 Kilometer lang und bietet:
- Spektakuläre Meerblicke
- Historische Wachtürme
- Versteckte Buchten
- Fotomotive ohne Ende
5. Den Leuchtturm besuchen
Im Osten der Insel befindet sich der Faro de San José, der bereits seit 1854 den Schiffsverkehr überwacht.
Der Weg dorthin führt durch die ruhige Natur der Insel und bietet wunderschöne Panoramablicke auf das Mittelmeer.
Kulinarische Spezialitäten auf Tabarca
Ein Besuch auf Tabarca wäre nicht komplett ohne die berühmte Inselküche.
Die Spezialität schlechthin ist der:
Caldero Tabarquino
Ein traditioneller Fisch- und Reis-Eintopf, der seit Generationen nach überlieferten Rezepten zubereitet wird.
Daneben werden zahlreiche frische Meeresfrüchte serviert:
- Garnelen
- Tintenfisch
- Muscheln
- Gegrillter Fisch
Praktische Tipps für Ihren Besuch
Damit der Ausflug perfekt wird, sollten Sie Folgendes mitbringen:
- Sonnencreme
- Sonnenhut
- Badebekleidung
- Handtuch
- Trinkwasser
- Schnorchelausrüstung
- Bequeme Schuhe
- Kamera oder Smartphone
- Da es auf der Insel nur wenige Geschäfte gibt, empfiehlt es sich, ausreichend Wasser mitzunehmen.
Naturschutz auf Tabarca
Die Insel steht unter strengem Schutz.
Besucher sollten daher:
- Keine Tiere füttern
- Keine Muscheln oder Korallen sammeln
- Keinen Müll hinterlassen
- Die markierten Wege nicht verlassen
Gerade diese Maßnahmen sorgen dafür, dass Tabarca bis heute ihre außergewöhnliche Schönheit bewahren konnte.
Mein persönlicher Eindruck von Tabarca
Ich lebe seit vielen Jahren an der Costa Blanca und habe im Laufe der Zeit viele wunderschöne Orte kennengelernt. Tabarca gehört jedoch zu den wenigen Ausflugszielen, die mich immer wieder aufs Neue begeistern.
Schon die Überfahrt mit dem Boot sorgt für Urlaubsstimmung. Sobald die historischen Mauern der Insel am Horizont erscheinen und das türkisfarbene Wasser rund um die Insel sichtbar wird, weiß man, dass einen ein besonderer Tag erwartet.
Was mir persönlich besonders gefällt, ist die entspannte Atmosphäre. Obwohl Tabarca gerade im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel ist, wirkt die Insel nie hektisch. Die kleinen Gassen, die weißen Häuser und das glitzernde Mittelmeer verleihen dem Ort einen ganz besonderen Charme.
Am schönsten finde ich es, früh am Morgen oder außerhalb der Hauptsaison nach Tabarca zu fahren. Dann kann man die Insel fast in aller Ruhe genießen, entlang der Festungsmauern spazieren und die beeindruckenden Ausblicke auf das Mittelmeer erleben.
Für mich gehört Tabarca zu den Ausflugszielen, die man bei einem Aufenthalt an der Costa Blanca unbedingt erlebt haben sollte. Die Kombination aus Geschichte, Natur, kristallklarem Wasser und mediterranem Flair macht die Insel zu einem Ort, den viele Besucher noch lange in Erinnerung behalten.
Wer die authentische Seite der Costa Blanca entdecken möchte, sollte sich einen Tagesausflug nach Tabarca nicht entgehen lassen. Es ist einer dieser Orte, die zeigen, warum so viele Menschen sich in diese Region Spaniens verlieben.
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